BHKW: Michelin bleibt nachhaltig

Neuester Baustein im Energiemanagement des Reifenherstellers ist ein mit den Stadtwerken gemeinsam installiertes Blockheizkraftwerk.

In Betrieb war es schon seit Dezember 2015. Im Februar 2016 folgte dann im Beisein von Cyrille Beau, Werkdirektor Michelin Homburg, und Jörg Fritz, Vertriebsleiter der Stadtwerke Homburg, die offizielle Einweihung des neuen Blockheizkraftwerks. Es geht zurück auf eine gemeinsame Initiative von ­Michelin in Homburg und den Stadtwerken zum nachhaltigen Ressourcenma­nagement und ist Teil eines umfang­reichen Ausbaus der Energie- und Wärmeversorgungsinfrastruktur des Werks. „Das Blockheizkraftwerk ist ein Gewinn für Gesellschaft und Unte­rnehmen: Wir verringern den CO2-Ausstoß und schonen dadurch die Umwelt. Auf diese Weise gestalten wir die Energiewende aktiv mit“, ­erklärt Cyrille Beau und ergänzt: „Nachhaltigkeit ist für unser Unternehmen ein zentraler Baustein. Sie gilt für unsere Produkte ebenso wie für ihre Rohstoffe und für unser Handeln als Unternehmen.“

Drei Millionen für die Nachhaltigkeit

Das Blockheizkraftwerk ist eine mit Erdgas betriebene Anlage und dient zur Herstellung von elektrischer Energie und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK). Damit kann ein jährlicher Stromverbrauch in der Größenordnung von 1400 Einfamilienhäusern oder dem jährlichen Gasverbrauch von 3000 Haushalten (Berechnungen von Michelin) vermieden werden. ­Michelin nutzt die Energie zum einen, um Produktionshallen und Büro­gebäu­de zu heizen, und zum anderen, um bestimmte Maschinen, wie zum Beispiel Walzen, zu kühlen.

Die Stadtwerke haben in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt rund drei Millionen Euro in den Ausbau in­vestiert, der voraussichtlich im März 2016 abgeschlossen sein wird. „Uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Kunden vorhandene Potenziale zu nutzen, um Energie und Kosten einzusparen“, betont Jörg Fritz, Vertriebs­leiter der Stadtwerke Homburg. „Wie das Beispiel Michelin zeigt, wollen wir verstärkt neue Dienstleistungen anbieten, die einen Beitrag zur Steigerung der Energie­effizienz beinhalten. Dadurch schaffen wir Vorteile für unsere Kunden“, so Fritz.

Betriebsinterne Energie

Zur nachhaltigen Energiepolitik des Werkes gehören neben dem Blockheizkraftwerk auch die Kondithermanlage und die Photovoltaikflächen auf dem Mitarbeiterparkplatz und den Produktionshallen. Aus der 2011 installierten Konditherm­anlage gewinnt das Unternehmen den ­heißen Dampf aus der Vulkanisation der Lkw-Reifen zurück, leitet ihn als Energie ins Netz und spart laut ­Michelin somit jährlich rund 8300 Tonnen CO2 ein, was dem Energiebedarf von 1500 Einfamilienhäusern entspricht. Die 2010 ein­geweihte Solarmodulfläche hat eine Größe von 116 272 Quadratmetern, eine Leistung von maximal 5,4 Megawatt und stellt Strom für umgerechnet 1560 Haushalte her. Mittlerweile produziert das Reifenwerk 68 Prozent seines Stroms selbst.