Im Notfall alles im Griff

Die Stadtwerke Homburg unternehmen viel um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Christian Krämer erklärt im Interview, wie der Ernstfall aussieht.

direkt: Wie muss man sich den Ablauf vorstellen, wenn es einmal zu einem Störfall kommt?

Christian Krämer: Wenn wir tagsüber Anrufe erhalten, laufen die erst einmal in unserer Zentrale ein. Sollten Kunden abends oder am Wochenende eine Störung bemerken, gehen diese Anrufe über die Notrufnummer in unserer Netzleitwarte ein. Zunächst klären wir am Telefon mit den Kunden, ob es vielleicht nur an einer ausgefallenen Sicherung im Haus liegt. Wenn die Kunden bestätigen, dass sie dies schon geprüft haben, liegt möglicherweise eine Störung im Netz vor. In der Regel erreichen uns dann auch in kurzer Zeit Anrufe von mehreren Kunden. Unsere Zentrale informiert daraufhin einen unserer Monteure, der zum entsprechenden Zeitpunkt gerade Rufbereitschaft hat, zu Hause vom gemeldeten Störfall. Um auf die Schnelle sehen zu können, welche Kabel in der betroffenen ­Straße wo liegen, ruft er sich erst einmal rasch die Planwerke über sein Tablet oder Notebook auf. Zudem überprüft er, bevor er losfährt, welche Anlagenbauteile – wie beispielsweise Muffen für die Kabelverbindungen von Leitungsstücken – verbaut sind, damit er alles Wichtige zur Hand hat, um die Störung zu beheben.

direkt: Was geschieht dann vor Ort?

Christian Krämer: Wenn mehrere Kunden angerufen haben, wird zunächst der Kabelverteilerschrank in der betroffenen Straße geprüft, um festzustellen, ob darin Sicherungen von uns ausgelöst haben. Das betroffene fehlerhafte Kabel wird vor Ort lokalisiert, Sicherungen in unserem Kabelverteiler erneuert und die Stromversorgung umgeschaltet. Wenn diese ersten Maßnahmen nicht ausreichen, werden wir als die Vorgesetzten, die sich auch in der Rufbereitschaft abwechseln, informiert und koordinieren den weiteren Einsatz. Wir schicken dann mehrere Mitarbeiter zum Störfallort. Diese haben entsprechendes Material aus unserem Teilelager dabei, wie Kabel oder Verteiler.

Bevor wir mit den Arbeiten beginnen, informieren wir die Anwohner über die aktuelle Lage. Dann bauen unsere Netztechniker eine provisorische Stromversorgung mit Kabeln und Verteilerkästen auf. Auf diese Weise schaffen wir es, dass die Unterbrechung im Durchschnitt nicht länger als ein bis zwei Stunden dauert. Am nächsten Tag koordinieren wir die weiteren Reparaturarbeiten. So stellen wir die gewohnte Zuverlässigkeit bei der Versorgung wieder her. Dienste wie diese gehören für die Stadtwerke zur Routine und werden zudem meist problemlos rund um die Uhr erledigt. Selbst an Feiertagen wie Weihnachten, Silvester oder Ostern. Schließlich zählt das Netz aus Stromleitungen zu den wichtigsten Lebensadern einer Stadt überhaupt und jeder ist auf ausreichend Energie angewiesen.

direkt: Viele Dank für das Gespräch.

Bei Notfällen

Was ist zu tun, wenn Verbraucher einen Störfall bemerken? Dann am besten gleich die Stadtwerke Homburg anrufen. Entweder unter der (0 68 41) 6 94-0 oder der Störfallnummer 0800 7 89 46 62. Diese ist rund um die Uhr erreichbar.

Zum Titelbild: Christian Krämer, Leiter Elektronetze und -anlagen, und sein Team sorgen für die hohe Versorgungssicherheit in Homburg.