Saubere Klimabilanz

Klimaneutrale LKW-Fahrten dank umweltschonendem Biomethan. Die Erdgastankstelle in Homburg macht's möglich.

Zur Energiewende gehört zwingend auch die Mobilitätswende. Neben dem privaten Pkw-Sektor ist auch der Schwerlastverkehr gefordert, die Schadstoff- und Treibhausgasemissionen in Deutschland zu reduzieren. Die Spedition Heinemann aus Korbach in Hessen will mit gutem Beispiel vorangehen und setzt bei einem ihrer Sattelzüge auf Erdgas. Regelmäßig legt der Lkw die Strecke nach Frankreich mit der alternativen Antriebstechnik zurück. Ein Zwischenstopp erfolgt in Homburg. Dabei tankt das Unternehmen 100 Prozent Biomethan.

Schon reines Erdgas spart gegenüber Diesel jede Menge Stickoxide, Schwefel, Ruß und CO². Biomethan verbessert die Umweltbilanz noch einmal, weil es praktisch CO²-neutral ist. Der alternative Brennstoff für die beiden Erdgastankstellen der Stadtwerke stammt aus der Vergärung von Stroh. Weil Biomethan und fossiles Erdgas die gleiche chemische Zusammensetzung haben, kann jedes Erdgasfahrzeug, egal ob Pkw oder Lkw, Biomethan tanken.

Umwelt schonen als Leitgedanke

Der Fuhrpark der Spedition Heinemann reicht vom Sattelzug mit 13,6 Meter Länge und drei Meter Höhe, auch Megatrailer genannt, über Zubringerfahrzeuge und Kranfahrzeuge bis hin zum 7,5-Tonner. Der mit Erdgas betriebene Lkw passt da gut ins Bild der Fahrzeugflotte, denn die Spedition legt im Rahmen ihres Qualitätsmanagements generell viel Wert auf umweltfreundliche Fahrzeuge.

Seit Ihrer Gründung vor 75 Jahren hat sich die Spedition einen Namen als internationaler Logistikdienstleister gemacht. Mit dem Erdgas-Truck profitiert der Speditionsexperte nicht nur von den günstigen Kraftstoffkosten – rund ein Drittel unter dem Diesel- und rund die Hälfte unter dem Benzinpreis – sondern auch von der Mautbefreiung. Letztere gilt für alternative Antriebsformen bis Ende 2023. Im Güterfernverkehr sind das bei einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 100 000 Kilometern im Jahr bis zu 18 000 Euro jährlich, die dank der weggefallenen Mautgebühr gespart werden.

Biomethan von den Spezialisten

Die Stadtwerke Homburg setzen beim Biomethan an ihren beiden Tankstellen – an der A6 und in der Berliner Straße in Erbach gegenüber dem Michelin Werk – auf die Partnerschaft mit dem Unternehmen VERBIO. In Zörbig in Sachsen­Anhalt, in Schwedt/Oder und in Pinnow in Brandenburg betreibt das Unternehmen die weltweit ersten großtechnischen Anlagen, um aus Stroh und „Schlempe“ – einem Reststoff der Bioethanolproduktion – Biomethan herzustellen.

Nur zwei Tonnen Stroh, das entspricht vier Großballen, reichen aus, um den Kraftstoffbedarf für die jährliche Fahrleistung eines Mittelklasse-Pkw zu erzeugen. Mit Stroh im Tank sparen Pkw und Lkw bis zu 90 Prozent CO². Übrigens: In Deutschland fällt jährlich so viel ungenutztes Stroh an, dass damit sieben Millionen Pkw oder 200 000 Lkw unterwegs sein könnten. Mittlerweile baut das Unternehmen auch zwei Stroh-Biomethan-Anlagen in Indien und den USA. Das in den VERBIO-Anlagen erzeugte Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und ins öffentliche Netz eingespeist. Claus Sauter, Vorstandsvorsitzen der der VERBIO Vereinigte Bioenergie AG, sieht großes Potenzial für Biomethan beziehungsweise für CNG, Compressed Natural Gas, wie Erdgas auch bezeichnet wird, im Schwerlastverkehr. Ebenso für das Pendant LNG, Liquefied Natural Gas, der Fachterminus für verflüssigtes Erdgas: „Ich pro­phezeie, dass bis Ende 2023 circa 50 Prozent der Lkw im Güterfernverkehr mit CNG- oder LNG-Antrieb fahren. Die Mautbefreiung bietet damit riesige Chancen für eine Emissionsreduzierung im Verkehr – immerhin sind in Deutschland insgesamt mehr als 3,2 Millionen Lkw und 200 000 Sattelzugmaschinen zugelassen.“

Zum Titelbild: Stammgast an einer der beiden Erdgastankstellen der SWH: der Erdgas-Lkw der Spedition Heinemann aus Korbach

Stadtwerke fördern
alternative Antriebe

Die Stadtwerke Homburg eröffneten als eine Pionierleistung bereits 1998 die erste Erdgastankstelle in der Region. Einige Jahre später folgte eine weitere Erdgastankstelle an der A6 in Richtung Waldmohr. Mittlerweile betreibt das kommunale Dienstleistungsunternehmen darüber hinaus mehrere öffentliche Ladesäulen für E-Fahrzeuge und beschäftigt sich aktuell mit dem Energieträger Wasserstoff. Um klimaschonende Mobilitätsleistungen anzubieten, zeigen sich die Stadtwerke Homburg grundsätzlich offen für unterschiedliche Lösungen.

Bis Ende 2020 fördert der Energiedienstleister sowohl Erdgasfahrzeuge als auch Elektrofahrzeuge seiner Kunden mit einem Zuschuss von 500 Euro. Zusätzlich bieten die Stadtwerke Homburg – in Zusammenarbeit mit Fachfirmen aus der Region – die In­stallation von Ladeboxen für E-Fahrzeuge in der eigenen Garage an. Darüber hinaus gibt es weitere Dienstleistungsangebote in Verbindung mit dem regionalen Fachhandwerk, beispielsweise zur Errichtung von Stromspeichern sowie Fotovoltaik-Anlagen, mit denen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden kann. Der lässt sich auch als Ökostrom für E-Mobile nutzen.

Interessenten erfahren mehr dazu über eine Anfrage per E-Mail an kontakt@stadtwerke-homburg.de