Trinkwasser: Kein Engpass

Wird es heiß, steigt der Wasserbedarf sprunghaft an. In Homburg muss sich jedoch niemand Sorgen um eine Wasserknappheit machen. Experten erklären, warum.

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Gerade bei hohen sommerlichen Temperaturen steigt daher der Flüssigkeitsbedarf. Homburger Trinkwasser direkt aus der Leitung eignet sich in idealer Weise, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Fachleute der Trinkwasserversorgung der Stadtwerke Homburg (SWH) wachen akribisch darüber, dass das kostbare Gut immer in gleichbleibend hoher Qualität aus der Leitung fließt. direkt sprach mit Peter Becker, Abteilungsleiter der SWH, unter anderem verantwortlich für Trinkwassernetze und Anlagen, sowie mit seinem Mitarbeiter Michael Klein, der sich als Ingenieur um die Wassergewinnung, die Qualitätssicherung und um die Trinkwassergüte kümmert.

Herr Becker, wir erleben – wie auch schon in den Vorjahren – wieder heiße und trockene Tage. Wie sieht es mit unserer Trinkwasserversorgung aus?

Peter Becker: Sie ist sicher. Das kann ich heute schon sagen. Zwar steigt an heißen Tagen der Trinkwasserverbrauch unserer Kunden auf bis zu 10 000 Kubikmeter an, doch gemessen an unserer Kapazitätsgrenze von 14 000 Kubikmetern Trinkwasser am Tag, ist das für uns kein besorgniserregender Wert. Es gibt also definitiv keinen Versorgungsengpass. Allerdings sollte man für den Garten, wenn es geht, Regenwasser statt Trinkwasser nutzen und nach Möglichkeit nicht den Rasen mit Wasser aus der Leitung sprengen. Übrigens: Unser Trinkwasser gewinnen wir ausschließlich aus tiefen Grundwasservorkommen. Deshalb wirken sich Trockenphasen nicht unmittelbar auf die Verfügbarkeit aus. Wichtig ist eine ausreichende Grundwasserneubildung im Frühjahr, Herbst und Winter. Derzeit liegt die Trinkwasserentnahme unterhalb der Grundwasserneubildung. An dieser Stelle kann ich natürlich keine Prognosen stellen über die nächsten Jahre, wenn Regenmengen durch den Klimawandel voraussichtlich dauerhaft niedriger werden. Darum gilt schon jetzt: Trinkwasser sinnvoll verwenden und nicht verschwenden.

Nach den Angaben der Stadtwerke verbraucht eine Homburger Bürgerin oder ein Homburger Bürger durchschnittlich 101 Liter pro Tag. Ist das ein guter oder schlechter Wert?

Peter Becker: Ein guter Wert. Damit liegen unsere Bürgerinnen und Bürger beim Pro-Kopf-Verbrauch im sparsamen unteren Bereich in Deutschland.

Grafik: trurnit GmbH; Inhalt: SWH

Der Weg des Trinkwassers: von der Förderung bis zum Verbraucher

SWH

Verantwortlich für die gute Qualität des Homburger Trinkwassers: Peter Becker, Michael Klein (vorn von links) und ihr Team Frank Urbansky, Stefan Wendling und Jürgen Peter
(im Hintergrund von links).

  • 1. Die Stadtwerke Homburg fördern mit 18 Brunnen ausschließlich Grundwasser zur Trinkwassergewinnung.
  • 2. Der Buntsandstein in der Region ist ein natürlicher Filter.
  • 3. Tiefes Grundwasser
  • 4. In zwei Wasserwerken wird das Grundwasser aufbereitet.
  • 5. Leitungssystem
  • 6. Aktivkohleanlage zur Reinigung des Trinkwasser von Schadstoffen. Regelmäßig investieren die Stadtwerke in die Sicherheit der Netze und Anlagen.
  • 7. Das Blockheizkraftwerk erzeugt Strom für den Betrieb der Wasserpumpen.
  • 8. Hochbehälter dienen dazu, den Wasserdruck bei Höhenunterschieden im Netz gleichmäßig zu halten.
  • 9. Über das Leitungsnetz geht das Trinkwasser sowohl an das Gewerbe, die Industrie und Freizeiteinrichtungen als auch an Privathaushalte.

Wie sieht es mit der Qualität des Trinkwassers aus? Man liest doch gelegentlich in den Medien von Belastungen, beispielsweise mit Nitrat aus der Landwirtschaft. Kann man das Wasser aus dem Hahn in Homburg bedenkenlos trinken?

Michael Klein: Ja, unbedingt. Trinkwasser ist eines der am besten und strengsten überwachten Lebensmittel bundesweit. Die Trinkwasserversorgung verpflichtet uns dazu, mehr als 60 Grenzwerte einzuhalten. Eben dies überwachen wir, indem wir regelmäßig Proben entnehmen, die wir selbst analysieren beziehungsweise von unabhängigen Laboren prüfen lassen. Die hiesige Geologie mit dem Homburger Buntsandstein, der als natürlicher Filter fungiert, bietet optimale Voraussetzungen für eine hohe Trinkwasserqualität. Trotzdem ist eine gewisse Aufbereitung nötig. Das erledigen wir in unseren beiden Wasserwerken. In Homburg müssen wir uns auch keine Gedanken über eine hohe Nitratbelastung machen. Schließlich gibt es hier in der Region nicht solch riesige Landwirtschaftsbetriebe mit großen Ställen wie in anderen Bundesländern.

Welche Härte hat mein Wasser?

Die wichtigsten Wasserwerte veröffentlichen die Stadtwerke auf ihrer Homepage. Dort ist unter anderem auch ein kurzer Film über die Trinkwasserversorgung in Homburg abrufbar. Wichtig für die Einstellungen an Waschmaschinen und Geschirrspülern: Die Stadtwerke Homburg liefern Trinkwasser im Härtebereich „weich“, deshalb sollten Haushalte nur die geringste empfohlene Menge an Waschmitteln verwenden.

Mehr Informationen gibt es hier.