Bürger fordern mehr Engagement

Fast die Hälfte der Bevölkerung findet, die Deutschen tun zu wenig für den Klimaschutz. Das eigene Engagement schätzen die meisten jedoch sehr hoch ein – schuld seien vor allem die anderen.

Deutschlands Verbraucher tun zu wenig für den Klimaschutz – das glaubt knapp die Hälfte der Befragten einer aktuellen Umfrage von co2online. Allerdings zeigt der Finger der Befragten auf die anderen, denn das eigene Engagement für die Umwelt schätzt man überdurchschnittlich ein (68 Prozent). Nur 16 Prozent finden, dass sie selbst weniger als der Durchschnitt unternehmen.

Erst der Bürger, dann Politik und Wirtschaft

Bei der Frage, wer zuständig sei, Klimaschutzziele zu erreichen, sehen 40 Prozent den Bürger in der Pflicht. Erst dann folgen Politik (35 Prozent) und Wirtschaft (25 Prozent). Laut der Umfrage steht also der individuelle Verbraucher am stärksten in der Bringschuld, auch in Sachen Senkung des Energieverbrauchs. Grund ist unter anderem die Erfahrung, dass von internationalen Klima-Initiativen keine Fortschritte zu erwarten sind.

Interesse an Klimaschutz steigt spürbar

Im Einklang mit der Forderung zu Eigeninitiative bewegt sich auch der Index zum öffentlichen Interesse an Klimaschutz nach oben. Im letzten Quartal 2012 stieg der Wert um 28 auf 80 Punkte an. Er war zuvor längere Zeit stagniert.

Besonderen Wert legen die Befragten demnach auf persönliche Beratungen zum Einsparen von Energie im eigenen Haushalt. Die Nachfrage nach Ratgebern der vom BMU gesponserten Kampagne „Klima sucht Schutz“ stellt den Hauptgrund zum Anstieg des Indexes dar.