Der Ozean als Klimaschützer?

Können unsere Ozeane dabei helfen die Erderwärmung einzudämmen? Seit dem 1. Juli wird das im Rahmen des Projekts Ocean NETs geprüft.

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 einigte sich die internationale Gemeinschaft darauf, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dies schien einigen unerreichbar. Doch ein vom Weltklimarat IPCC veröffentlichter Bericht zeigt, dass es durchaus möglich ist, die Klimaerwärmung einzudämmen, wenn entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Neben der Reduktion der Emissionen müssten Treibhausgase aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden. Im Rahmen des Projekts Ocean NETs unter der Koordination vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 14 Institutionen in sechs Ländern mit solchen Technologien mit „negativen Emissionen“ (NETs). Die europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des Horizon2020-Programms in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 7,2 Millionen Euro.

ph-Wert erhöhen, um CO2 aufzunehmen

Der Ozean könne allein aufgrund seiner Oberflächen und seines Volumens viel CO2 aufnehmen, so Dr. David Keller Klimaforscher am GEOMAR. Mit einer Erhöhung des pH-Wertes lasse sich die Fähigkeit des Ozeans, CO2 zu absorbieren, steigern. Im Rahmen von OceanNETs wollen die Forscher vor Gran Canaria in Spanien und Bergen in Norwegen untersuchen, wie sich die Erhöhung des pH-Wertes auf Ökosysteme auswirkt. Dazu werden alkalische Mineralien in geschlossenen Behältern im Meerwasser gelöst. Mit dieser Ozean-Alkalinisierung sollen neben Risiken und Nebenwirkungen auch mögliche positive Auswirkungen auf die Organismen im Meer herausgefunden werden.