E-Autos: Merkel glaubt an die Million

Kanzlerin Merkel und die Autobranche sehen noch Chancen, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Der Markt werde in den nächsten Jahren anlaufen. Noch sieht es düster aus.

Sowohl die Bundeskanzlerin als auch die Expertenkommission der Nationalen Plattform für Elektromobilität (NPE) wollen das ausgegebene Ziel von einer Million E-Autos bis zum Ende dieses Jahrzehnts aufrecht erhalten. Sie setzen auf eine breitere Palette an E-Modellen, die dem Kunden den Kauf der CO2-freien Fahrzeuge schmackhaft machen soll. Im Jahr 2016 wollen die Hersteller insgesamt 16 weitere Modelle zum Kauf anbieten. Dann werde der Markt für E-Autos an Fahrt aufnehmen.

Viele Probleme hemmen den Verkauf

Bisher sind nach Angaben der NPE nur rund 8.500 Elektroautos in Deutschland zugelassen. Vor allem die hohen Anschaffungskosten schrecken viele Konsumenten vom Kauf ab: Vergleichbare Benziner oder Dieselfahrzeuge kosten teilweise nur ein Drittel des Preises. Als weitere Probleme gelten die geringe Reichweite und eine unzureichende Infrastruktur.

In einem Bereich glänzen die E-Autos allerdings: Selbst wenn sie nicht komplett mit grünem Strom geladen werden, verursachen sie unterm Strich 25 bis 30 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein herkömmlicher Benziner.

E-Autos zeigen und umwerben

Daimler-Chef Zetsche setzt darauf, die Präsenz von Elektro-Autos im Straßenverkehr zu erhöhen. Vor allem der Einsatz der Fahrzeuge beim Car-Sharing biete dazu die Möglichkeit. „Unsere Elektro-Smarts sind auch in Berlin sehr begehrt, obwohl sie aus Schwaben kommen“, scherzte er am Rande der Tagung „Elektromobilität bewegt weltweit“ in der Hauptstadt.

Kanzlerin Merkel verwies auf derselben Veranstaltung auf die Notwendigkeit, bei der Elektromobilität enger zusammenzuarbeiten, „sowohl branchen- als auch grenzüberschreitend, um die Mobilität möglichst weltweit klimafreundlicher gestalten zu können.“ Die Regierung fördert die Elektromobilität mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro.