EEG-Umlage sinkt, die Strompreise nicht

Die Übertragungsnetzbetreiber gaben die Höhe der EEG-Umlage für 2022 bekannt: Sie sinkt von 6,5 Cent auf 3,723 Cent je Kilowattstunde.

Die gesunkene EEG-Umlage sei eine gute Nachricht, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der stark steigenden Beschaffungskosten für Strom an den Großhandelsmärkten.

BDEW: Erneuerbare aus- und Bürokratie abbauen

Die gesunkene EEG-Umlage dürfe aber nicht davon ablenken, dass die neue Bundesregierung als eine ihrer ersten Amtshandlungen die komplette Abschaffung der EEG-Umlage in der kommenden Legislaturperiode beschließen sollte. Das würde Stromkundinnen und Stromkunden und nicht zuletzt den Mittelstand dauerhaft entlasten, so der BDEW. Zugleich würde grüner Strom auch im Verkehrssektor und im Wärmemarkt wettbewerbsfähiger, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft würde unterstützt und Bürokratie spürbar abgebaut. Um die Energiekosten langfristig zu senken, brauche man zudem einen schnellen und konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die EU und die neue deutsche Regierungskoalition sollten darum die Umsetzung des European Green Deal konsequent weiterverfolgen.

Strompreise steigen trotzdem

Dass die Stromkosten trotz gesunkener EEG-Umlage eher nicht sinken, liegt zum einen daran, dass momentan die Beschaffungskosten steigen, die die Energieversorger für Strom bezahlen. In den vergangenen Jahren seien die Strom-Beschaffungskosten vergleichsweise konstant, seit Anfang 2021 haben sie bei der langfristigen Beschaffung annähernd verdoppelt, bei der kurzfristigen Beschaffung sogar fast verdreifacht, erklärte der BDEW. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der fast 1.400 Stromlieferanten in Deutschland ließen sich jedoch keine allgemeinen Aussagen über die Entwicklung der Strompreise treffen. Zum anderen verteuert sich die Netzumlage, mit der der Ausbau der Stromleitungen finanziert wird.