Eine Erfolgsgeschichte: 125 Jahre Stadtwerke Homburg

Zum Titelbild: Jede Menge Transformatoren, Mess­geräte, Kabel und Lampen: Blick in die Schaltzentrale der Stadtwerke um 1900 

Wer heute in eine neue Wohnung oder in ein neues Haus einzieht, verfügt selbstverständlich über Strom, Trinkwasser und eine zentrale Heizung. Vor 125 Jahren konnten sich viele Bürgerinnen und Bürger in Homburg solch einen Komfort noch nicht vorstellen. In der Gründungsphase der Stadtwerke Homburg war das wichtigste Ziel, eine öffent­liche Trinkwasserversorgung aufzubauen. Durch die Stromversorgung sollte Homburg für Industrie und Gewerbe ein attraktiver Standort werden. 1895 ließ Homburg dazu bei den zuständigen Stellen zwei Gutachten über die Kosten und die Rentabilität eines Wasserwerks in Verbindung mit einem ­Elek­trizitätswerk erstellen. Unter diesen Voraussetzungen fasste der Homburger Stadtrat am 4. April 1896 den Entschluss, ein eigenes Stadtwerk zu gründen. 1897 nahmen die „städtischen Werke“ ihren Betrieb auf.

Wachsender Gasbedarf

1909 folgte das städtische Gaswerk. Einer der ersten Kunden war die neu gegründete „Heil- und Pflegeanstalt“, der bald erste Haushalte folgten. Der Gasabsatz stieg entgegen allen Erwartungen, sodass die Anlage bereits 1917 erweitert wurde. Nachdem der Bedarf weiter wuchs und durch die Koksproduktion in den saarländischen Hüttenwerken ein Überschuss an Gas vorhanden war, entschloss sich Homburg, die Eigenerzeugung 1931 einzustellen und das Gas über ­eine Fernleitung von der Neunkircher Hütte zu beziehen. Nachdem in den 1950er- und 1960er-Jahren jede neue Straße und jedes neue Baugebiet weitere Abnehmer brachte, kam mit der Umstellung auf Erdgas in den 1970er-Jahren der endgültige Durchbruch für den Energieträger. Heute versorgen die Stadtwerke 18 000 Haushalte mit Erdgas, davon 4 000 in der Westpfalz.

Trinkwasserversorgung gesichert

1955 nahm das neue Wasserwerk der Stadtwerke Homburg seinen Betrieb auf. Mit dem Wasserwerk wurde zeitgleich ein neuer Hochbehälter auf dem Schlossberg errichtet, neben den in den 1960er-Jahren ein zweiter gesetzt wurde. Beide Hochbehälter sind heute noch in Betrieb. In den 1990er-Jahren hat man sie – zusammen mit dem Wasserwerk – umfassend saniert.

Doch noch einmal zurück zum Anfang. Dadurch, dass die Stadtwerke Homburg ab 1897 die öffentliche Trinkwasser- und Stromversorgung und später auch die Gasversorgung einrichteten, schuf das Unternehmen eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung neuer Gewerbe- und Industriebetriebe in Homburg. Heute ist Homburg der drittgrößte Industriestandort im Saarland. Nicht zuletzt verbesserte das saubere Trinkwasser auch die hygienischen Verhält­nisse für die Bürgerinnen und Bürger entscheidend.

Foto: Stadtwerke Homburg