Große Koalition stärkt Erdgas den Rücken

Die künftige Regierung stellt sicher, dass sich der Umstieg auf Erdgas langfristig lohnt: Der verringerte Energiesteuersatz für Erdgasfahrzeuge wird auch nach 2018 gültig bleiben.

Der 185 Seiten lange Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht. Darin erklärt die große Koalition unter anderem, den verringerten Energiesteuersatz für Erdgas als Kraftstoff auch nach 2018 fortzuführen. Dadurch werde unterstrichen, wie wichtig alternative Kraftstoffe für die Energiewende im Verkehr seien, so Dr. Timm Kehler, Geschäftsführer der erdgas mobil GmbH. Unternehmen, Kommunen und Marktpartner hätten nun die Sicherheit, dass der ökonomische Vorteil der Erdgasmobilität dauerhaft Bestand hat. Dieses Signal könnte für alle Beteiligten Ansporn sein, sich weiterhin und noch intensiver für Erdgasmobilität zu engagieren. Das gilt für Energieversorger und Mineralölgesellschaften, die in Erdgastankstellen investieren, ebenso wie für Autohersteller.

Langfristig günstiger

Durch die Beibehaltung der niedrigeren Energiesteuer bleiben Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff langfristig deutlich günstiger als Benzin und Diesel. Die niedrigen Kraftstoffkosten sind ein wichtiger Anreiz für Privatleute und Flottenbetreiber bei der Entscheidung für Erdgasfahrzeuge. Bisher hat jedoch die drohende Beendigung der Energiesteuerermäßigung nach 2018 nicht ausreichend Investitionssicherheit gegeben, um den Kauf eines Erdgasfahrzeuges zu tätigen. Das gilt insbesondere für Busse oder Lkw, die einer längeren Laufzeit unterliegen. Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Verlängerung kann nun aber dazu führen, dass die Zulassungszahlen von Erdgasfahrzeugen künftig weiter steigen.

Weitere Maßnahmen benötigt

Darüber hinaus gibt es laut Dr. Kehler noch andere Punkte, die angegangen werden müssen, um die Erdgasmobilität weiter zu fördern. So bedarf es nicht nur einer zügigen Ausgestaltung der geplanten Verlängerung der ermäßigten Energiesteuer, sondern auch der Umsetzung einer transparenteren Preisauszeichnung an Tankstellen. Auf diese Weise kann den Verbrauchern der Preisvorteil von Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff direkt am Verkaufsort verdeutlicht werden. Nur so könne die staatliche Förderung auch beim Kunden sichtbar werden, so Dr. Kehler abschließend.

Hintergrund

Der an mittlerweile rund 900 Tankstellen in Deutschland erhältliche alternative Kraftstoff hat vor allem durch die Beimischung von Bio-Erdgas das Potenzial, langfristig einen bedeutenden Beitrag zur Verringerung von Emissionen im Straßenverkehr zu leisten – insbesondere von CO2, Lärm, Stickoxiden und Feinstaub. So werden beispielsweise bei einer 20-prozentigen Bio-Erdgas-Beimischung gegenüber einem Benziner rund 39 Prozent CO2 eingespart. Der Preis für den alternativen Kraftstoff liegt durchschnittlich rund 50 Prozent unter dem für Benzin, gegenüber Diesel sind Einsparungen von 30 Prozent möglich.