Ultrafeinstaub aus Kraftwerksfiltern

Filteranlagen in modernen Kohlekraftwerken produzieren gesundheits- und klimagefährdenden Ultrafeinstaub.

Innerhalb von Städten ist der Verkehr hauptverantwortlich für ultrafeine Partikel (UFP), die Mensch und Umwelt gefährden. Eine Studie vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie hat den Übeltäter für Ultrafeinstaub außerhalb der Städte entlarvt.

Filteranlagen sind Ursache

Ausgerechnet die Filteranlagen der Kraftwerke für Abgasreinigung sind die überführten Hauptschuldigen. Dort wird Ammoniak den Abgasen zugeführt, um die enthaltenen gefährlichen Stickstoffoxide in Wasser und Stickstoff umzuwandeln. Allerdings steht dieses Ammoniak im richtigen Mischungsverhältnis für die Partikelbildung, sodass im Abgas eine hohe UFP-Konzentration entsteht. Ertappt wurden die Kraftwerke durch Messflüge.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Aus dem Umweltbundesamt heißt es, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln noch wenig bekannt sind. Daten gibt es noch nicht in ausreichender Menge und standardisierter Qualität. Allerdings sind die Auswirkungen auf das Klima besser erforscht: „Die UFP bieten Oberflächen für chemische Reaktionen in der Atmosphäre oder können als Kondensationskerne die Eigenschaften von Wolken und Niederschlag beeinflussen.“, sagt Wolfgang Junkerann, der die Studie durchgeführt hat. Geraten die Partikel als Kondensationskerne in Wolken, werden die einzelnen Wolkentröpfchen kleiner und es dauert länger, bis sich Regentropfen bilden. Als Folge kann es zu extremen Wetterereignissen kommen.